Autofahren in Neuseeland

Dies ist ein kleiner Artikel für zukünftige Autofahrer in Neuseeland oder für alle, die sich gerne in mich hineinversetzen wollen, um mich dann entweder zu bemitleiden oder mich auszumachen 😉

Also um ehrlich zu sein: ich war die ersten Tage komplett überfordert! Aber wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat, dann ist fahren in NZ eigentlich entspannt. Das größte Problem ist nach dem Autokauf aus Auckland herauszufahren! Horrible! Spuren werden zu abfahren und Zack! Auf einmal fährt man (oder vllt auch nur ich) in die komplett falsche Richtung….

Hier ein paar ungewohnte Dinge:

  • mit Baustellen nehmen es die Kiwis nicht so genau: meistens wird einfach ein Hüttchen oder ein kleines Stopschild mitten auf die Spur gestellt. Man fragt sich: gut, und was jetzt? Aber don’t worry about that! Irgendwann kommt ein netter Typ vorbei und dreht das Schild auf „Go!“ oder winkt dich dahin, wo du langfahren sollst!
  • es gibt eine Menge einspurige Brücken
  • ganz offensichtlich: es herrscht Linksverkehr! Daran gewöhnt man sich aber super schnell, einfach immer den anderen Autos hinterher. Probleme gibt es nur, wenn die Straße keine Markierung hat, da landet man schon Mal auf der anderen Seite. Mir ist es bis jetzt erst zweimal (zum Glück in ruhigen Siedlungen) passiert…. Das erste Mal hat eine hektisch winkende, panisch wirkende Frau darauf aufmerksam gemacht. Beim zweiten Mal musste ich drehen und bin danach auf der falschen Seite gelandet. Blöd war nur, dass ich meine Aupair-Kinder auf dem Rücksitz hatte, die natürlich danach so getan haben, als wäre mein kleiner Ausflug auf die falsche Seite kilometerlang gewesen und als wären wir alle fast gestorben. Diese kleinen Monster.
  • Am schlimmsten sind die Kreisel! Diese sind fast immer zweispurig and they drive me crazy! Man muss sich immer passend einordnen und die Straßenführung ist einfach nur kompliziert. Ich kann da meistens kein System verstehen.20180818_161326
  • Gravelroads sind so etwas wie Schotterwege und es gibt sie hier häufig. Manchmal wurde mir schon etwas mulmig wenn ich, für meinen Geschmack viel zu nah am Abgrund, eine kurvige, viel zu steile Straße entlang fahre
  • es gibt hier super riesige Trucks, die häufig sehr dicht auffahren, was mich oft nervös macht
  • ein Segen sind die passing lines, Überholspuren die regelmäßig kommen. Gerade weil ich und mein Van nicht immer gerade mit Highspeed die Berge hochfahren….
  • Es gibt hier eine Menge selbstmordgefährdete Tiere, die sich einfach auf die Straße stürzen. Außerdem muss man immer damit rechnen, dass ein Farmer gerade seine Schafe oder cows von einer Straßenseite auf die andere Seite scheut. Da ist manchmal einfach Geduld angesagt.

Vielleicht habt ihr jetzt einen kleinen Einblick bekommen 🙂

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Zuhause angekommen

Hallo Leute 🙂

Um erstmal eine Frage zu klären: nein, ich habe mein Auslandsjahr nicht abgebrochen, ich bin immer noch in NZ. Jedoch bin ich nicht mehr bei Fiona! Denn bei Bills Geburtstag habe ich einer Bekannten von Bill und Suzie von meiner aktuellen Lage bei diesem schrecklichen Job erzählt und diese hat das natürlich gleich an die beiden weitergegeben! Als ich dann dort vorbei kam, um eigentlich nur eine Kuchenplatte abzuholen, haben mir Bill und Suzie angeboten wieder bei ihnen einzuziehen. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt, habe am Ende der Woche meine Sachen gepackt und habe bei Fiona „gekündigt“. Suzie begrüßte mich mit den Worten: Schön, dass du wieder Zuhause bist! Und sie hatte damit so recht! Die beiden haben mich von Anfang an wie ein Familienmitglied behandelt und ich fühlte mich direkt sehr wohl! Nachdem ich meine Sachen in mein Zimmer gebracht haben, wartete in der Küche eine süße Überraschung auf mich: Hinter der Küchenzeile stand,ziemlich wackelig, ein kleines Lämmchen und mähte mich an! Sie war von ihrer Mutter verstoßen worden und sehr schwach. 5 Tage bin ich dort geblieben, habe die Pferde gefüttert und gestriegelt, auf die Welpen aufgepasst und versucht mit Milchflaschen das Lamm, Rosalie, aufzupäppeln. Rosalie wurde schnell stärker und hielt mich für ihre Mama, da ich sie fütterte!

Am Freitag bin ich dann zu Suzies Schwester Ali gezogen, wo ich Einblicke in das Leben auf einer Deerfarm bekommen konnte. Ich durfe sogar den Buggy fahren! Es hat super Spaß gemacht mit Ali über die Wiesen zu rasen, um die Hirsche und Rehe auf andere Paddocks zu treiben! Außerdem durfte ich zuschauen, wie die Rehe in den Ställen nach Alter und Verfassung sortiert wurden.

Das Haus in dem ich mit Ali und ihrem Freund gewohnt habe war einfach unglaublich: Bodenheizung, riesige Küche, Regenduschen, große Fensterfronten mit Blick auf den Lake,Whirlpool. Noch mehr begeistert als das Haus hat mich jedoch Alis Gastfreundschaft und ihre offene Art! Am ersten Abend ist sie mit mir einkaufen gefahren und dort sollte ich mir aussuchen, was ich brauche und was ich gerne essen möchte! Das war so eine überfordernde Situation für mich, denn damit hatte ich überhauot nicht gerechnet! Zudem wollte sie auch nicht, dass ich ihr viel helfe! Sie hat wunderbar für gekocht und ich wollte gerne den Abwasch machen oder ihr im Haushalt helfen, aber sie wollte, dass ich mich einfach entspanne. Ich bleib nur zwei Tage bei ihr, denn dann dürfte ich zu ihrer Mutter Kay fahren, die in Whakatane wohnt. Verlassen habe ich das Haus mit einer Tüte, voller Essen, Spritgeld und dem Haustürschlüssel, denn sie freut sich schon darauf, dass ich wieder komme! Einfach nur verrückt!

Back in Rotorua

Ich hab mich ja echt schon lange nicht mehr gemeldet! Nach der Woche in Pukekawa, abgeschieden von der Außenwelt, ging es für mich zurück nach Rotorua, denn dort hatte ich einen Aupairjob. Wenn ich geahnt hätte, was da auf mich zu kommt! Der erste Eindruck war gut: ein sehr sauberes Haus mit guter Lage, ein süßes Lämmchen, ein schönes Zimmer. Fiona, meine Gastmutter war zu Beginn sehr nett zu mir, bot mir Kaffee und Kuchen an und wir unterhielten uns nett. Schnell wurde mir jedoch klar: mit den 9 jährigen Zwillingen Harrison und Thomas würde es nicht einfach werden, denn diese waren Autisten und sehr schwer zu kontrollieren. Was mir auch komisch vorkam: Silas, der Junge der vor mir dort gearbeitet hat, wurde ohne Vorwarnung am selben Tag noch rausgeschmissen! Später stellten wir übrigens fest, dass wir nur ein paar Kilometer entfernt von einander wohnen, er kommt nämlich aus Bad Laer!

Kurzfassung: der Job entwickelte sich zu einer kleinen Katastrophe: auch der Mann war Autist und wirklich sehr speziell und Fiona zeigte schnell ihre wahre, sehr zickige und arrogante Seite.

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Mein Tagesplan :0

Die Familie hatte einen absoluten Putzfimmel! Jeden Tag habe ich gestaubsaugt! Das wäre ja nicht so schlimm gewesen, aber generell wurde ich eher behandelt wie eine Kellnerin… jemand wollte beim Abendbrot etwas Saft oder noch Nachschub? Ich musste aufstehen und es ihm bringen! Abgewaschen habe ich so etwa 10 Mal am Tag, aber nicht mit warmen, sondern mit kochendem Wasser. Zum Abendessen durfte nicht jeder nehmen wieviel er wollte, die Teller wurden vorher vorbereitet und die Erbsen abgezählt! Häufig war ich nachmittags bis abends mit den Kindern (neben den Zwillingen gab es noch ein 12 Jahre altes Mädchen) alleine. Die Jungs waren aber wirklich schwierig! Sie haben ununterbrochen über Pokemon geredet, oder wenn nicht, dann sind sie schreiend, nackt durchs Haus gerannt oder haben versucht sich gegenseitig zu beißen. Was würdest du machen ein Kind, dass du seit einer Woche kennst, schreiend in der Badewanne sitzt und nicht aufstehen will? Ziemlich aussichtslose Lage. Fiona und Richard haben immer nur sich gegenseitig oder die Kinder angeschrien. Ende der Geschichte: nach drei Wochen bin ich dort wieder weg und habe am Ende mein Geld für die letzte Woche nicht bekommen.

Während dieser drei Wochen gab es aber auch schöne Momente:

Ich war zum Beispiel raften, dort sind wir einen 7m hohen Wasserfall runter gerauscht, von einer Klippe in den Fluss gesprungen und ohne Boot einen Wasserfall runtergeschwommen! Das war einfach super cool!

Außerdem habe ich einen Tagesausflug nach Tauranga gemacht und bin dort den Mount Manganui hochgelaufen. Das war sau anstrengend, aber hinterher war ich stolz auf mich und würde mit einer super Aussicht belohnt!

 

 

Meine Lieblingsbeschäftigung bei Fiona war es das kleine Päckchen Poppy zu füttern:

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Richtig schön war auch, als ich von Bill (wo ich schon Mal eine Woche gewohnt habe) eingeladen wurde bei seiner Geburtstagsfeier mitzuhelfen! Richtig viel helfen konnte ich dort jedoch nicht, ich wurde eher wie ein Gast behandelt! Ich durfte sogar von dem Hangibuffet essen und den Nachtisch, Pavlova, probieren. Hangi und Pavlova sind beides typisch neuseeländische Speisen, obwohl ich sagen muss, dass Hangi nicht so mein Fall ist..  so, das war’s erstmal für heute, ich hoffe mit dem nächsten Artikel bin ich etwas schneller!

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Meine Torte für Bill 🙂

Das Pferde-Problem

Da heute schlechtes Wetter ist nutze ich die Zeit, um euch Mal wieder auf den neusten Stand zu bringen!

Schweren Herzens musste ich Bill und Suze nach einer Woche verlassen, da diese Besuch von Verwandten bekamen und daher mein Zimmer brauchten. Meine Reise ging wieder in den Norden, nach Pukekawa. Habt ihr noch nie gehört? Kein Wunder: die 30min von meiner neuen wwoofing-stelle entfernte „Stadt“ besteht nur aus einer Autobahnabfahrt mit Kaffee und einer Tankstelle…. Ich blieb hier wieder nur für eine Woche, denn es wurde ziemlich schnell ziemlich langweilig, denn es gab dort außer Wiesen und Kühe einfach nichts zu sehen! Zu meinen Aufgaben gehörte es jeden Morgen die Hühner-Mann und Pferdeställe auszumisten, die Hühner, Hunde, Kühe, Katzen und Pferde zu füttern und Eier zu sammeln. Die restliche Zeit putze ich im Haus und fuhr die zwei Jungs durch die Gegend. Zum Problem wurde für mich, dass ich auch jeden Nachmittag die Pferde von den Wiesen in die Ställe bringen sollte. Alleine. Ohne Erfahrung mit Pferden. Beim Pony, China, klappte das noch ganz gut, abgesehen davon, dass ich einmal eine halbe Stunde mit ihm auf dem Hof stand, da er sich einfach nicht bewegen wollte! Auch mit dem Pferd Midnight gab es kaum Probleme. Nur das größte Pferd, Jafa, jagte mir wirklich Angst ein. Zu Beginn hatte ich keine Angst, nur Respekt. Als Jafa dann jedoch das das erste Mal nach mir getreten hat, hochgesprungen ist und weglaufen wollte, war ich gar nicht mehr so begeistert. Das ganze machte ich dreimal, hinterher mit zitternden Hände und Angstschweiß auf der Stirn, dann weigerte ich mich. Das führte natürlich zu ein bisschen Stress mit meiner Gastmutter Michelle, was mir aber ziemlich egal war, da ich eh schon entschieden hatte, dass ich nicht sehr gut auf diesen Hof passe. Denn auch die Zeit mit den Jungs war schwierig, da deren welt aus Fastfood und Computerspielen bestand und sie mich kein Stück respektierten.

Uiuiui, das hört sich ja wieder deprimiert an, denkst du dir? Die Woche hatte aber auch coole Momente:

– die Kühe hab ich richtig gefeiert, vor allem die süßen kleinen Kälber!

– zu Nicolas Geburtstag war ich mit den Jungs Lasertag spielen (hier herrschte das erstmal Frieden zwischen uns), außerdem waren wir chinesisch essen

– ich hab in der Woche viel gebacken, da das Wetter nicht so Bombe war

– an einem freien Tag bin ich zum Strand am Port Waikato gefahren, dort war es super schön!

Wie es weiter ging erfahrt ihr im nächsten Beitrag 🙂

Die stinkende Stadt

Da bin ich wieder 🙂

Nach meinem Woofing-Horror bin ich ja nach Rotorua geflohen und diese Stadt mag ich wirklich gerne! Überall quillt Rauch raus z.B. aus Gullideckeln! Die Stadt an sich ist nicht wirklich schön, aber es gibt drumherum so viel zu sehen. Zum Beispiel habe ich hier Bekannte aus Paihia wieder getroffen mit denen ich nach Wai-o-Tapu gefahren bin. Hier mit paar Fotos:

 

Außerdem bin ich durch den Kuiraupark in der Stadt gelaufen, mega cool!

 

Nach drei Tagen in Rotorua habe ich beschlossen es mit dem wwoofen noch Mal zu versuchen. Und es war eine gute Entscheidung! Eine Woche bin ich bei Suze und Bill geblieben. Dort habe ich Pferde gefüttert und bin mit Bill in seinen Elektroladen gefahren! Ich hatte eine richtig gute Zeit, ich durfte mit den beiden zu einem Pferderennen fahren und auf Pferde wetten 🙂 Es hab endlich Mal wieder richtig gutes Essen und ich wurde behandelt wie ein Familienmitglied!

Von dort aus habe ich auch einen Ausflug zum Redwoodforest und zu den Hamaruna Springs gemacht:

 

Meine Flucht

Okay, kurzes Update:

Nach Paihia bin ich nach Kerikeri gereist um dort Lara und Jule aus Auckland wieder zu treffen und wir verbrachten das Wochenende zusammen. Wir waren bei Hotwater-Pools, die durch die geothermalen Aktivitäten hier entstehen (meine Sachen stinken immer noch nach Schwefel!).

Anschließend ging es für mich zu meinem ersten Wwoofing-Job (für 4-5h Arbeit am Tag bekommt man Unterkunft und Verpflegung). Und es war der Horror. Ich sollte in einer Hütte ohne Heizung, ohne warmes Wasser und ohne Bettwäsche schlafen, zudem war alles total zugemüllt und dreckig. Die Frau war überfordert mit den beiden Kindern und der Mann machte mir Angst… Ich blieb eine Nacht und floh am nächste morgen in einer Nacht-und Nebelaktion. Ich war so froh über mein Auto, denn ohne Auto wäre ich von dort nicht mehr weg gekommen! Meine Fluchtwagen 🙂

Danach blieb ich erstmal zwei Nächte in einem Hostel in Rotorua, aber das erzähle ich euch morgen 😉

Sandboarding, Cape Reinga und eine Kajak-Tour

Da bin ich wieder! Heute erzähle ich euch von meiner Zeit in Paihia!

In Paihia war ich für drei Nächte in einem wirklich schönen Hostel mit einer super unfreundlichen Mitbewohnerin (man kann nicht alles haben 😉 ). Nachdem ich an meinem Anreisetag nur gechillt habe, ging es für mich am nächsten Tag früh los,denn ich hatte eine Bustour gebucht! Erstes Ziel war der Ninety-Mile-Beach, ein Strand der gefühlt nie endet. Ich habe es dort geliebt!

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Nach einem Fish-and-Chips-Lunch (um 11:30 am !!!!) ging es weiter zu den Te Puki Sanddünen, wo dann alle die Möglichkeit hatten mit einem kleinen Board auf dem Bauch die Dünen herunter zu rasen! Das hat Soooo viel Spaß gemacht!

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Letzter Stop war dann Cape Reinga, der nördlichste Punkt Neuseelands. Hier treffen der Tasmanische Ozean und der Pazifik aufeinander und es ist wirklich ein magischer Ort!

Am nächsten Tag stand dann eine Kajak-Tour mit Selous an, welchen ich am Tag vorher kennengelernt hatte. Mit dem Auto wurden wir zu Wasserfällen gebracht und starteten hier mit einer Wanderung. Anschließend schnappte man sich zu zweit ein Kajak und los gings! Es war sau kalt, aber durch das Paddeln würde mir schnell warm. Und so paddelten wir etwa 2h im Sonnenuntergang zwischen vielen witzigen einheimischen Vögeln hindurch 🙂